INTERNATIONALER SCALE / SEMI-SCALE WETTBEWERB, 20./21. August 2017

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Fesselflug Europameisterschaft 2017 - Tagesberichte

Donnerstag, 3. August, bis Sonntag, 6. August: Anreise und Trainings

Die Anreise der Schweizer Mannschaft nach dem rund 1300 entfernte BÉKÉSCSABA erfolgte in zwei Etappen: Am ersten Tag (Donnerstag) führte die Fahrt nach Melk/Österreich, am zweiten Tag (Freitag) dann in die ungarische Puzsta an den Zielort. Der 'freie' Tag am Samstag wurde genutzt zur Anklimatisierung an die Hitze (rund 40 Grad) und für erste Trainings.

Sonntag, 6. August: Eröffnung

Am Sonntag war der eigentliche Start der EM. Wie gewohnt geschieht dies jeweils mit der obligatorischen Anmeldung und dem Processing (Registration/Kontrolle der Modell). Dass dieser Prozess diesmal besonders mühsam war, erstaunt nicht. Denn er erfolgte in einem Hangar bei 42 Grad, dicker Luft - und erst noch sehr schleppend.

Zum Auftakt einer offiziellen Meisterschaft gehört natürlich auch eine Eröffnungsfeier. Diese fand am Sonntagabend statt - und alle waren froh, dass sie in einfachem Rahmen und sehr kurz ausfiel.

Montag, 7. August: Erster Wettkampftag

Akrobatik: Peter Germann musste frühmorgens um 08:10 bei strömendem Regen und böigem Wind zu seinem ersten Flug antreten. Entsprechend den äusseren Bedingungen gelang ihm nur ein durchschnittlicher Flug. Peter Hofacker hatte noch mehr Pech, denn der böige Wind führte bei ihm mitten im Flug zu einem Flügelbruch. Gott sein Dank konnte sein Modell repariert werden und ist nun für den zweiten Flug bereit.

Team Racing: Leider waren auch Zane und Heiner bei ihrem ersten Flug vom Pech verfolgt. Nach verschiedenen Reflights mussten sie nach 65 Runden wegen technischen Problemen das Rennen aufgeben.

Der erste Wettkampftag war für die Schweizer Mannschaft nicht sehr erfolgreich. Es kann also nur besser werden.

Dienstag, 8. August: Zweiter Wettkampftag

Akrobatik: Die Spannung war gross, ob Peter Hofackers geflicktes Modell den Belastungen des zweiten Fluges standhalten würde. Denn der Wind war leicht böig und unberechenbar. Doch alles verlief gut. Beide Peter konnten heute erfolgreich den zweiten Flug absolvieren. Leider lagen bis am Abend noch keine Auswertung der Resultate vor, sodass es für die Piloten schwer einzuschätzen ist, wo sie stehen.

Team Racing: Auch Zane und Heiner hatten heute einen guten Lauf. Und wäre der Motor etwas besser angelaufen, hätte sogar noch einiges mehr dringelegen. Mit einem Resultat von 3 Minuten 22 Sekunden erreichten sie den guten 15. Zwischenrang von insgesamt 32 gestarteten Teams.

Der zweite Wettkampftag verlief somit deutlich besser als der erste - und auch das Wetter zeigte sich mit Sonne und einer Temperatur von rund 30 Grad von seiner angenehmeren Seite.

Mittwoch, 9. August: Dritter Wettkampftag

Heute lagen die Temperaturen auf dem Wettbewerbsplatz wieder bei 40 Grad. Wenigstens bot unser Basislager ein wenig Schatten. 'Hauptnahrungsmittel' in dieser Woche ist sowieso kühles Wasser.

Akrobatik: Die beiden Peter haben den dritten Flug nach ihren Möglichkeiten gut hinter sich gebracht. Allerdings machten die Hitze und die wechselnden thermischen Winde den Piloten zu schaffen. Bis am Abend lagen immer noch keine Resultate vor. Grund: Man wartet bis jeder Pilot bei jedem Jury-Panel einen Flug absolviert hat. Aufgrund der Anzahl Konkurrenten mussten nämlich zwei Jury-Panels eingesetzt werden.

Team Racing: Auch Zane und Heiner starteten zum dritten Lauf. Super Beginn, super erste Zwischenlandung, zwei Runden Vorsprung, super zweiter Tankstopp - doch der Start danach missglückte und das Modell lag im Gras. Aus der Traum vom Halbfinale!
Übrigens: Donnerstag wäre im Team Racing gemäss ursprünglichem Plan eigentlich ein wettbewerbsfreier Tag gewesen. Die beiden Halbfinale und das Final sollten am Freitag ausgetragen werden. Doch nun werden die Halbfinale bereits am Donnerstag geflogen. Denn am Freitag wird stürmisches Wetter erwartet.

Donnerstag, 10. August: Vierter Wettkampftag

Es war auch heute ein heisser Tag, dazu auch noch feucht. Wenigstens hat der Wind manchmal etwas aufgefrischt.

Akrobatik: Die beiden Schweizer (Peter Germann und Peter Hofacker) starteten kurz nach Mittag. Beide hatten gute Bedingungen, und beiden gelangen recht gute Flüge. Doch es reicht trotzdem nicht in den vorderen Ranglistenteil. Denn an dieser EM wird auf besonders hohem Niveau Akro geflogen.

Team Racing: Es wurden unglaublich schnelle Halbfinals ausgetragen - leider ohne unser Schweizer Team. Für den Final vom Freitag qualifizierten sich: Dozhidaev/Dukov (Russland), Surugue/Surugue (Frankreich) und Andreev/Vorobiev (Russland). Sie alle flogen Zeiten unter 3 Minuten 10 Sekunden.

Freitag, 11. August 2017: Tag der Finale

Wiederum war das Wetter an diesem letzten Wettkampftag heiss und drückend. Die Puzsta glühte. Zudem wehte ein heftiger Wind, und es herrschte starke Thermik. Freude daran hatten eigentlich nur die Störche, die zu hunderten über dem Platz kreisten (siehe Bild).

Der ersehnte Wetterwechsel traf leider erst nach unserer Abreise ein.

Speed: Auch die Speedflieger, resp. ihre Motoren litten unter der Hitze. Kaum einer konnte sich an diesem Tag noch verbessern.

Europameister wurde Luca Grossi, Italien, mit 301,1 km/h (siehe Bild links). Den zweiten Platz belegte Ference Szvacsek aus Ungarn mit der gleichen Zeit (doch war sein zweitbester Flug schlechter als derjenige von Grossi). Dritter wurde Oleksandr Osovyk, Ukraine, mit 300,5 km/h.

Rangliste Speed

Akrobatik:Die besten 15 Piloten nach 4 Vorläufen bestritten am Freitag noch das sogenannte Flyoff.

Europameister wurde Igor Burger aus der Slovakei, gefolgt von Marco Valliera, Italien, und Zbynek Kravcik aus Tschechien.

Die beiden Schweizer Konkurrenten finden sich in der zweiten Tableau-Hälfte. Peter Germann belegte den 34., Peter Hofacker den 42. Platz.

Rangliste Akrobatik

Team Racing: Folgende drei Teams hatten sich in den beiden Halbfinals für das Final über 200 Runden qualifiziert:

- Surugue/Surugue (FRA)

- Andreev/Vorobiev (RUS)

- Dozhidaev/Dukov (RUS)

Es war ein hochstehendes Final, ohne Zwischenfall und von allen drei Teams absolut professionell geflogen. Team Racing at its best! Die Spitzenzeiten und die glücklichen Medaillengewinner sind auf den beiden nachstehenden Fotos zu sehen.

Surugue/Surugue wurden schliesslich Europameister. Den zweiten Platz belegten Andreev/Vorobiev. Dritte wurden Dozhidaev/Dukov.

Das Schweizer Team Stanojevic/Studer erreichte den 17. Schlussrang.

Rangliste Team Racing

Combat:Combat oder Fuchsjagd ist etwas für die „wilden Jungen“. Was da jeweils auf dem Wettkampfplatz abgeht, ist einfach unglaublich. Für uns „Normalfesselflieger“ kaum nachvollziehbar, wie man sein Modell bei diesen Geschwindigkeiten und den hektischen Flugmanövern beherrschen kann. Beschreiben kann man es kaum - man muss es gesehen haben.

Rangliste Combat

Fazit aus Schweizer Sicht:

Eine weitere Europameisterschaft nach gewohnter „ungarischer Art“ ist Geschichte. „Ungarische Art“ heisst: Etwas chaotisch, aber unter Mithilfe aller doch gut zu Ende gebracht.

Unsere Schweizer Piloten haben bei diesen besonderen Bedingungen viel Lehrgeld bezahlt und sicher wertvolle Erfahrungen sammeln können. Das fliegerische Niveau war sehr hoch und hat gezeigt, dass es einen enormen Aufwand braucht, um an der Spitze mithalten zu können.

Heiner Borer, Team-Manager

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Internationaler Jura Cup, 27./28. Mai 2017

Schon zum 23. Mal hat die MG Breitenbach den internationalen Jura Cup am Auffahrts-Wochenende organisiert. Doch ein solch stabiles Hochsommerwetter im Mai hat es noch nie gegeben. Die äusseren Bedingungen waren somit perfekt - entsprechend auch die Stimmung und Leistungen der Teilnehmer und Gäste während dieser zwei Tage.

Der Jura Cup wurde in diesem Jahr erstmals im neuen Modus durchgeführt. Speed und Team Racing standen auf dem Programm – also die Renn-Kategorien im Fesselflug. 18 Teams und 7 Speed-Piloten aus ganz Europa und sogar den USA lieferten sich spannendste Rennen.

Speed wurde in zwei Kategorien geflogen: Der traditionellen Kategorie F2A, bei der Modelle mit Verbrenner-Motoren Geschwindigkeiten bis zu 300 km/h erreichen, und der neueren Kategorie F2G, bei der etwas langsamere Modelle mit Elektro-Antrieb (F2G) zum Einsatz kommen. Die Konkurrenten absolvierten je drei Flüge. Der schnellste davon zählte für die Schlussrangierung. Für William Hughes hat sich die lange Reise von den USA ins Schwalbennest gelohnt. Mit einer Geschwindigkeit von 294,2 km/h gewann er in der Kategorie F2A. In der Kategorie F2G war der Schweizer Guy Ducas mit 257,9 km/h erwartungsgemäss der Schnellste. Zur Freude der Schweizer Fesselflieger dominiert Guy seit einigen Jahren die internationale Elektro-Speed Szene.

Rangliste Speed

Auch im Team Racing wurde in zwei Kategorien angetreten: Der Elite-Kategorie F2C mit ultra-schnellen, technisch ausgeklügelten Modellen und der Kategorie F2F mit etwas einfacher gebauten und entsprechend langsameren Modellen. Und die Rennen zu Dritt waren ein echtes Spektakel. Kaum zu glauben, dass die Piloten und Mechaniker bei diesen Geschwindigkeiten hrend 100 Runden die Übersicht behalten, einander im Flug überholen, zwischenlanden und wieder starten können. In verschiedenen Vorläufen am Samstag und Sonntag wurden die Finalisten eruiert. Die drei schnellsten Teams der beiden Kategorien lieferten sich dann am Sonntagnachmittag die Finals über 200 Runden - zweifellos der Höhepunkt des gesamten Wettbewerbs. Die Freude war gross, als in F2C schliesslich ein junges französisches Team den Sieg holte. Gewinner des F2F-Finals war ein Team mit zwei ‚altgedienten’ holländischen Fesselfliegern.

Rangliste Team Racing

Ein Höhepunkt der gesellschaftlichen Art erlebten Teilnehmer, Sponsoren und Gäste am Samstagabend. Die MG Breitenbach lud alle zu einem grosszügigen Apéro ein. Maria und Gina Saccavino hatten ihn mit viel Können und Liebe zum Detail vorbereitet und die Tafel sogar mit kleinen Fesselflug-Modellen geschmückt. Sie trugen damit viel zur fröhlichen, kameradschaftlichen Stimmung bei, die den gesamten Anlasses prägten.

Den Jura Cup gibt es seit über 40 Jahren. Dass dieser Wettbewerb nach wie vor eine besondere internationale Ausstrahlung hat, bewiesen mehrere unerwartete Besucher. Fesselflieger aus Frankreich und Italien, die viele Jahre als Konkurrenten am Wettbewerb teilgenommen haben, liessen es sich nicht nehmen, von weit her ins Schwalbennest zu reisen – nicht als Konkurrenten, sondern einfach, um die langjährigen Freundschaften weiter zu pflegen. Auch solche Gesten motivieren die Organisatoren, den Jura Cup weiterhin durchzuführen.

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Interregional-Meisterschaft 2017

Am Freitag noch Schnee im Schwalbennest, Samstag und Sonntag aber herrliches Frühlingswetter. Einmal mehr hatten die Fesselflieger Wetterglück. Die IRM vom 29./30. April konnte bei besten äusseren Bedingungen durchgeführt werden. Geflogen wurde in den Disziplinen Team Racing, Akrobatik und Elektrospeed.

Am Samstag lag der Fokus primär auf dem Team Racing. 3 Teams waren am Start und lieferten sich spannende Rennen. Sieger wurde schliesslich das Team Zane Stanojevic/Heiner Studer gefolgt vom Damen-Team Gina/Christine Saccavino.

In Akrobatik und Elektrospeed fielen die Entscheidungen am Sonntag. In Akrobatik setzten sich die Routiniers Peter Germann und Hugo Borer durch. Sie belegten die Ränge 1 und 2. Das absolute Highlight erwartete Zuschauer aber im Elektrospeed. Der Waadtländer Guy Ducas flog mit 268.5 km/Std. eine Rekordgeschwindigkeit, die auch international jedem Vergleich standhält. Mit 249.2 km/Std. zeigte Toni Borer ebenfalls eine sehr gute Leistung. Leider ging bei diesem schnellen Flug am Ende sein Modell in Brüche.

Am 27./28. Mai findet im Schwalbennest der 23. internationale Jura-Cup in den Kategorien Speed und Team Racing statt. Konkurrenten aus ganz Europa werden dabei erwartet. Für die Schweizer Fesselflieger war die IRM deshalb nicht nur ein schöner Wettbewerb, sondern gleichzeitig auch die Hauptprobe für diesen Grossanlass.

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Saison-Eröffnungsfliegen Mühlethurnen

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Ein Saisonauftakt vom Feinsten - Bilder zum Fondue-Plausch vom 25. Februar 2017

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